Schutz Minderjähriger auf Twitch

Schwer zu glauben, doch die regulatorischen Behörden beschäftigen sich erst seit wenigen Jahren intensiv mit den Rechten und dem Schutz Minderjähriger im Internet. So hat beispielsweise Twitch, als eine der weltweit führenden Online-Video Plattformen, weder eine Alterseinstufung für die eigenen Inhalte noch ein solides Altersnachweissystem. Und Twitch ist keine Ausnahme.

Wie viele andere große Online-Player profitiert das Portal von den stetig wachsenden Nutzerzahlen. Einen besonders starken Wachstumsschub gab es in dem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr 2020. Allein im Zeitraum zwischen Februar und April verdoppelten sich die Nutzerzahlen nahezu (twitchtracker). Im Mai 2020 waren von den rund vier Millionen Zuschauern knapp 40 Prozent im Alter zwischen 10 und 19 Jahren (twitch app US users age). Ohne ein flächendeckendes Altersnachweissystem können diese zum Teil minderjährigen Personen bei jedem Klick zufällig auf Inhalte stoßen, die für sie ungeeignet oder möglicherweise sogar verstörend sind.

Jugendschutz Online – Deutschland übernimmt Vorreiterrolle

Innerhalb der Europäischen Union hat Deutschland bereits viel Vorarbeit geleistet, wenn es um Zugriff auf Inhalte mit Altersbeschränkung geht. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat dafür umfassende Anforderungen für die Altersüberprüfung entwickelt. Diese wurden im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) ebenso festgehalten wie der Rahmen für Beschwerden, Verbote und Bußgelder. Die Landesmedienanstalten der jeweiligen Bundesländer wiederum erteilen den Medienanbietern die benötigten Zulassungen und führen Maßnahmen zur Einhaltung der Anforderungen durch.

Auf EU-Ebene regelt die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMSD) die Koordinierung der nationalen Rechtsvorschriften für alle audiovisuellen Medien. Klassische Fernsehsendungen zählen ebenso dazu wie On-Demand Dienstleister. Diese EU-Vorschriften zielen darauf ab, einen dem digitalen Zeitalter entsprechenden Rechtsrahmen zu schaffen. Dieser soll zu einer sichereren, gerechteren und vielfältigeren Medienlandschaft führen. Neben zahlreichen weiteren Themen rückt dabei vor allem der Schutz minderjähriger Zuschauer stärker in den Fokus als zuvor.

In Deutschland benötigt eine Online-Plattform, die Video- oder Audio-Inhalte anbietet, eine sogenannte Rundfunklizenz (rundfunklizenz). Laut dem Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien (Rundfunkstaatsvertrag – RStV) ist eine Rundfunklizenz erforderlich, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • die Übertragung findet live oder zu bestimmten Uhrzeiten statt (geplant)
  • Mehr als 500 Nutzer können gleichzeitig am Programm teilnehmen (technische Voraussetzung)
  • das Programm ist journalistisch und redaktionell aufbereitet
  • die Inhalte sind regelmäßig oder dauerhaft verfügbar

Wenn Streams online und live übertragen werden können, wird grundsätzliche eine Rundfunklizenz benötigt. Dieselben Anforderungen gelten im Wesentlichen auch für Plattformen wie Twitch und YouTube.

Neben den lizenzrechtlichen Vorgaben betont das deutsche Gesetz auch die Notwendigkeit einer Altersüberprüfung. Daher muss der jeweilige Influencer oder die Medienplattform selbst eine Altersverifizierung (AVS) der User durchführen. Bieten Influencer beispielsweise Inhalte, die möglicherweise eine Altersvorgabe benötigen, außerhalb zulässiger Sendezeiten an, ist eine Altersüberprüfung Pflicht. Wenn sich also großen Plattformen nicht strikt an die hiesigen Gesetze halten müssen, entstehen so Wettbewerbsnachteile vor allem für die Medienschaffende, die ihre Inhalte nicht über die bekannten Netzwerke anbieten.

Keineswegs nur Restriktion – Mit AVS die Community und Loyalität stärken

Im Allgemeinen werden regulatorische Eingriffe mit Einschränkungen assoziiert. Doch sie ermöglichen zum Teil auch Vorteile und Handlungssicherheiten für alle beteiligten Akteure. Letzteres wird besonders im Hinblick auf den Schutz Minderjähriger im Internet deutlich.

Statistiken verraten, dass infolge der Pandemie und der sozialen Distanzierung deutlich mehr Jugendliche auf Streaming-Plattformen zugriffen als zuvor. Ein Trend, der höchstwahrscheinlich bleiben wird und die soziale Interaktion junger Erwachsener nachhaltig prägen wird. Eine sichere und rechtlich klar regelte Umgebung spielt daher eine fundamentale Rolle – sowohl für die Content-Produzenten als auch die Plattformen sowie die User.

Wollen Unternehmen und Influencer ihr Erfolgspotential voll ausschöpfen, führt in Zukunft kein Weg an einer einfach zu implementierenden und gleichzeitig bezahlbaren AVS-Lösung vorbei. Diese schützt sie aber nicht nur vor schwerwiegenden rechtlichen Folgen. Ein viel zu häufig vernachlässigter Vorteil der fundierten Altersverifikation ist die Homogenität der Community. So kann eine geschlossene Gemeinschaft gleichgesinnter Nutzer entstehen, die durch gemeinsame Ziele und Ideen verbunden sind. Eine solche Verbundenheit untereinander schlägt sich in vielen Fällen in der Loyalität zur Plattform nieder und führt unweigerlich zur höheren Kundenbindung.

AVS-Einbindung erfordert wirtschaftliche, rechtliche und technische Expertise

Die neuen gesetzlichen Maßnahmen werden unweigerlich zu komplexen Umstrukturierungen vieler Unternehmen führen. Mit diesen Transformationsprozessen verbinden Entscheider nicht selten Nachteile wie hohe Kosten, eine abschreckende Hürde für die Nutzer und einen immensen Programmier-Aufwand. Dazu kommt, dass potenzielle IT-Dienstleister schon allein durch den Gedanken an die Speicherung nutzerbezogener Daten abgeschreckt werden. Die User wiederum geben häufig nur sehr zögerlich ihre persönlichen Daten preis. Die Angst, ihre Anonymität oder die Zugangsdaten durch einen Datenleak zu verlieren, schwingt immer mit. Besonders das Fehlen geeigneter technologischer Tools kann das gesamte Verfahren unnötig in die Länge ziehen.

Die Summe all dieser Faktoren bedroht unter Umständen ganze Geschäftszweige. Im schlimmsten Fall bedeutet sie sogar das wirtschaftliche Aus. Ein besonders prominentes Beispiel ist xHamster, Deutschlands größte pornografische Website. Aufgrund von Gesetzesverstößen muss das Unternehmen sich gegebenenfalls aus dem deutschen Markt zurückzuziehen. Dies würde den Verlust ihres lukrativsten europäischen Landes bedeuten (Jugendschutz im internet).

Online-Exodus ist kein Ausweg

Die bürokratische Beantragung von Lizenzen und die Sorge, benachteiligt zu werden, könnte zu einer Abwanderung von Content-Anbietern und -Produzenten in andere europäische Rechtsordnungen führen. Angesichts der steigenden Digitalisierung werden andere EU-Staaten daher früher als später es Deutschland gleich tun und einen ähnlichen strengen Rechtsweg einschlagen.

TantumPay begegnet genau dieser Herausforderung und ist die Antwort auf die viele Fragen der Content-Anbieter. TantumPay bietet eine überzeugende, sichere und kostengünstige Lösung, um die behördlichen Anforderungen zu erfüllen. Auch zukünftige Gesetzesanpassungen können sicher und schnell adaptiert werden.

One Size Fits All: Das AVS von Tantum

Tantum bietet eine einfach zu implementierende und technisch ausgereifte Lösung zur Identitätsprüfung, die sowohl die deutschen als auch die EU/EWR-Vorgaben erfüllt. Anwender erhalten ein kosteneffizientes und sicheres Altersverifikationssystem für Live-Medieninhalte, das alle notwendigen regulatorischen Anforderungen erfüllt.

Die innovative und patentierte Technologie, die Tantums System zugrunde liegt, wurde bereits von der KJM positiv bewertet.

Tantum verbindet Nutzerfreundlichkeit mit höchster Datensicherheit beim Zugriff auf Streaming- und Video-Plattformen. Austausch von personenbezogenen Informationen zwischen unterschiedlichen Plattformen ist überflüßig. Tantums Ziel ist es, Verbrauchern die Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu geben und dabei gleichzeitig die wichtigste Säule des digitalen Zeitalters zu bewahren – die Anonymität.

Indem User die Kontrolle über ihre persönlichen Daten behalten, reduziert die Lösung von Tantum die Absprungrate. Für die Betreiber bedeutet es höhere Conversion-Zahlen und für die Nutzer die Aufrechterhaltung ihrer Anonymität. Darüber hinaus geht Tantum sogar einen Schritt weiter und somit über den aktuellen gesetzlichen Rahmen hinaus. Die TantumIdent-Lösung bietet dem Kunden eine Identifikation ohne menschlichen Videokontakt. Ein wesentlicher Vorteil, der besonders Usern entgegenkommt, die höchsten Wert auf Diskretion legen.

Sowohl im Back- als auch im Front-End zeichnet sich Tantum durch eine hohe Nutzerfreundlichkeit aus, die speziell für die Streaming-Branche und ihre Herausforderungen entwickelt wurde. Streamer profitieren somit von einem einfach zu bedienenden und kostengünstigen AVS.

In den kommenden Monaten wird darüber hinaus ein umfassendes Angebot an unterschiedlichen Finanzdienstleistungen ausgerollt. Das übergeordnete Ziel ist das AVS mit einem Zahlungsdienst in einem gemeinsamen Netzwerk zu verbinden. Plattformbetreiber und Streamer können so In-Stream-Käufe oder Spenden-Optionen anbieten. Mit der TantumPay-App entsteht auf diese Weise ein eigenes auf die Streaming-Branche ausgerichtetes Ökosystem. Tantum erhöht damit das interaktive Zuschauererlebnis und erleichtert maßgeblich die Ausführung von Zahlungen.

Damit auch du den Jugendschutz im Sinne des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags einhalten kannst haben wir das Tantum Stream Overlay entwickelt.

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